Grundierung

Sehr viele Bastler und vor allem Anfänger verzichten auf die Grundierung ihrer Figuren und malen stattdessen entweder direkt auf die Oberfläche oder verwenden eine herkömmliche Acrylfarbe als Grundierung. Eine ordentliche Grundierung hilft nicht nur dabei, das Farben besser auf der Oberfläche halten , sondern auch wesentlich besser aussehen. Wer auf die Grundierung verzichtet riskiert, dass die Farbe nachträglich abblättert oder sich durch Handhabung ablöst. Vor allem Kunststoff oder Metall haben sehr glatte Oberflächen, sodass man ziemlich sicher davon ausgehen kann, dass sich die Acrylfarbe während oder nach dem Bemalen wieder ablöst. Was dann bleibt sind bunte Finger und eine hässliche Figur.

Die Grundierung schafft einen farblich einheitlichen Untergrund, was vor allem dann interessant ist, wenn man verschiedene Materialien verwendet und anschließend bemalen möchte. Eine Acrylfarbe wirkt auf einem hautfarbenen Polymer Clay z.B. völlig anders, als auf dunkel grauem Apoxie. Mit einer Grundierung schafft man ein einheitlichen Untergrund, auf dem die Farben ihr volles Potenzial entfalten können.

Viele glauben auch, das es reicht, auf die Grundierung zu verzichten und die Figur nach dem bemalen einfach nur zu versiegeln. Das ist falsch! Zwar schützt die Versiegelung die Farben vor dem verblassen durch UV-Strahlen, aber nicht vor dem Abrieb und äußeren mechanischen Einflüssen. Die Farbe hat in diesem Fall einfach keinen Halt und haftet nicht am Untergrund. Ihr werdet also sowohl die Farbe, als auch die Versiegelung abreiben. Am besten ist es, sein Werk vor dem Bemalen zu grundieren und das Ganze im Anschluss entsprechend mit einem Varnish (auch Firnis genannt) zu versiegeln. Nur so hast du den maximalen Halt und Schutz der Farbe.

Das auslassen der Grundierung von Modellen ist einer der häufigsten Fehler, welchen Anfänger machen.

Welche Möglichkeiten der Grundierung (Priming) gibt es?

In der Praxis werden die meisten Grundierungen (Primer) in den Farben weiß, schwarz und grau erstellt. Für welche Farbe Du dich entscheidest hängt ein wenig davon ab, welche Farben später auf Deiner Figur aufgemalt werden. Eine weiße Grundierung lässt Farben heller wirken, eine dunkle entsprechend dunkler und kräftiger. Ein gutes Zwischending stellt somit grau dar, welches den Vorteil hat, dass man die Details der Figur sehr gut erkennen kann. Wir persönlich arbeiten sehr gerne mit grauen Grundierungen. Du kannst theoretisch auch verschiedene Grundierung auf einer Figur benutzen…den Kopf in weiß, den Körper in schwarz und die Extremitäten in grau (als Beispiel).

Die großen Hersteller wie Citadel, Vallejo und Army Painter bieten in ihrem Sortiment spezielle Produkte an, die sich für die Grundierung sehr gut eignen. Für diejenigen, die gerne mit dem Pinsel arbeiten, gibt es Fläschchen und Töpfe mit Grundierungsfarbe. Diese wird genau wie Acrylfarbe direkt mit dem Pinsel auf die Figur aufgetragen und anschließend getrocknet. Ebenfalls erhältlich sind spezielle Grundierungen für Airbush-Systeme.

Wer es einfacher und schneller mag, kann sich die Grundierung auch als Spray aus der Dose kaufen. Kurz schütteln und schon kann es losgehen. Der große Vorteil des Sprays ist hierbei, dass sich die Grundierung viel feiner auftragen lässt und so auch ganze feine Details sichtbar bleiben, die beim bemalen mit dem Pinsel ggf. durch eine zu dicke Farbschicht verschwunden wären. Hier sollte man allerdings bedenken, die Grundierung mit einem Spray nicht in geschlossenen Räumen zu machen und ggf. während der Arbeiten eine Maske zu tragen. Bei den Grundierungen aus der Sprayflasche werden Lösungsmittel verwendet, welche zum einen nicht besonders gut riechen und beim einatmen gesundheitsschädlich sein können. Der Vorteil durch die Lösungsmittel ist jedoch, dass die Grundierung bombenfest auf dem Untergrund haftet und die Farbe später besser aufnimmt und wiedergibt.

Wie grundiert man?

Da die Grundierung mit der Sprayflasche die schnellste, einfachste und unserer Meinung nach beste Methode darstellt, möchten wir diese kurz erläutern.

Der Ort der Grundierung sollte möglichst trocken, windstill und nicht zu kalt sein (am besten Raumtemperatur). Einigen Berichten zufolge führt Kälte nämlich dazu, dass die Grundierung nicht ordentlich aufgetragen werden kann. Wir empfehlen auf Grund der ungesunden Dämpfe durch Lösungsmittel, die Grundierung nicht in den eigenen vier Wänden vorzunehmen, es sei denn Du trägst eine entsprechende Schutzmaske und lüftest den Raum anschließend. Im Idealfall grundierst Du deine Figur im Freien wie z.B. einem Innenhof oder einer Garage.

Bevor man sprüht, sollte man die Sprayflasche ein paar mal kräftig hin und her schütteln. Im inneren der Sprayflaschen befinden sich Mischkugeln die dafür sorgen, dass der Inhalt gleichmäßig vermischt und ein gleichbleibendes Sprühbild erzeugt wird. Die Figur wird anschließend mit etwa 20-30 cm Abstand angesprüht. Im Idealfall hast Du eine Drehscheibe, auf welcher die Figur steht, damit Du sie von allen Seiten besprühen kannst. Lasse die Figur im Anschluss kurz trocknen und geh dann nochmal über Stellen, die beim ersten Vorgang nicht erwischt hast. Je nach Form und Haltung der Figur kann es nämlich passieren, dass der Sprühfilm einzelne Stellen nicht erreicht. Hier kann man dann nochmal gezielt mit einzelnen Sprühstoßen nachhelfen. In diesem Fall gilt jedoch “weniger ist mehr”, um die Details nicht zu überdecken.

Wichtig ist, dass Du nur kurze Sprühstöße abgibst und nicht sekundenlang auf dieselbe Stelle einer Figur einsprühst. Dies wäre fatal, da dies zu einer viel zu dicken Farbschicht führen und sämtliche Details und Texturen überdecken würde.

Damit der Sprühnebel auch wirklich nur auf die Figur trifft und sich nicht auf die gesamte Umgebung ablegt, benutzen wir gerne alte Kartons als Sprühkabine, um unsere Figuren zu grundieren. Diese schirmen die Figur ein wenig vor Wind und Wetter ab und die Sprühwolke überschüssiger Farbpigmente verteilt sich nicht so großflächig in der umliegenden Umgeben.

Weniger Primer bedeutet schärfere Details

Wie bereits erwähnt, sollte die Grundierung nicht zu dick aufgetragen werden. Eine zu dick aufgetragene Grundierung führt im Worst Case zu einer glatten, plastikartigen Oberfläche und sämtliche Details, welche du im Vorhinein müselig erstellt hast, gehen verloren.  Es wäre sehr schade, wenn die feinen Details durch eine übermäßig aufgetragene Grundierung quasi “geschluckt” würden und die Figur am Ende eine glatte Struktur hat.

Unser Tipp: Trage die Grundierung sehr dünn auf und arbeite ggf. mit mehreren Schichten. Lieber ein paar Minuten länger grundiert, als eine detailarme Figur. Die Grundierung wieder von der Figur zu bekommen ist nämlich alles andere als einfach.

Wie sich die Grundierung auf Farben auswirkt

Die Grundierung stellt einen Unterton für die Farbe dar, welche Du darüber malst. Wenn Du eine dunkel grundierte Figur mit einer hellen Farbe übermalst, wird es sehr schwierig, brillante, helle und knallige Farben zu erhalten. Es kann aber auch vorkommen, dass Du bei einer weißen Grundierung sehr viele Schichten dunkler Farbe benötigst, um eine vollständige Deckung zu erzielen. Ein Kompromiss zwischen diesen beiden Varianten wäre eine graue Grundierung. Aber auch hier ist es schwer, Farben wirklich zum leuchten zu bekommen. Es hängt wirklich davon ab, welchen Look Du erzielen möchten.

Unser Tipp: Wenn Du mehrere Farben verwenden möchtest und verschiedene Faarbbereiche abdecken möchtest, verwende einfach unterschiedliche Grundierungen. Für helle Haut eignet sich z.B. eine weiße Grundierung, für eine dunkle Rüstung hingegen eher grau oder schwarz.