Airbrush

Aufbau, Funktionen und Anwendungsbereiche der Airbrush im Überblick

Jeder hat den Begriff Airbush schon einmal gehört, doch was ist das überhaupt und in welchen Bereichen wird diese Art des Malens angewendet? Wir haben einen kleinen Guide erstellt, in welchem wir Dir die Funktionsweise der Airbrush-Pistole erklären, Du den Unterschied zwischen Lackieren und Brushen erfährst und die Bedeutung von Fineart und Custompainting kennenlernst.

Zuerst einmal zur Begriffserklärung: Airbrush kommt aus dem englischen und bedeutet übersetzt auf Deutsch soviel wie »Luftpinsel«. Airbrush ist ein multifunktionales Wort und beschreibt im Grunde gleich drei Begriffe. Als erstes haben wir die Technik, welche allgemeinsprachlich als Airbrush bezeichnet wird. Aber auch das fertige Werk des Künstlers, sowie die Pistole selbst, tragen die Bezeichung Airbrush. Die Airbrush-Pistolen, welche in der Industrie benutzt werden unterscheiden sich oftmals von denen, welche im Hobby- oder Kunstbereich zum Einsatz kommen. Im Hobbybereich ist von einem Feinspritzapparat die Rede, in der Industrie eher von einer Spritzpistole. Der Feinspritzapparat stellt im Grunde jedoch lediglich eine kleinere Version der Spritzpistole dar, welcher sich z.B. in der Größe, Handhabung und des Fassungsvermögen der Farbe unterscheidet.

Meine Airbrush-Empfehlung

Geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene

Geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene

Geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene

Geeignet für Fortgeschrittene und Profis

Anwendungsgebiete einer Airbrush

Heutzutage wird die Airbrush sehr gerne von Künstlern, Grafikern und Illustratoren im Bereich PopArt, Fotorealismus und Hyperrealismus genutzt und geschätzt. Aber auch in anderen Bereichen kommt die Airbrush häufig zum Einsatz, da sie eine sehr gute Ergänzung zu den traditionellen Malutensilien wie Pinsel und Co. ist.

Unter anderem wird die Airbrush in folgenden Bereichen eingesetzt:

  • Modellbau
  • Bodypainting
  • Custompainting
  • Digital Painting
  • Illustration
  • Design

Wenn man neben dem Pinsel auch die Airbrush beherrscht, ist nahezu jede Maltechnik möglich und die Entfaltungsmöglichkeiten sind quasi unbegrenzt.

Der Aufbau einer Airbrush-Pistole

Nahezu jeder weiß, wie eine Airbush von außen aussieht. Doch hast Du dir auch einmal das Innenleben angesehen. Am Anfang mag es ganz schön kompliziert klingen und aussehen, aber bei näherer Betrachtung ist die Airbrush-Pistole relativ einfach aufgebaut (geringfügige Abweichungen sind je nach Modell und Hersteller möglich):

  • Nadelkappe
  • Nadel
  • Düsenkappe
  • Düse
  • Dichtung
  • Feder für Luftzufuhr & Bedienhebel
  • Luftventil
  • Bedienhebel
  • Druckhebel
  • Feststellschrauber für die Nadel
  • Feder für Farbzufuhr & Nadel
  • Federbegrenzung
  • Nadelspannfutter

Die Technik hinter der Airbrush

Die Airbrush ist neben dem Pinsel eine sehr beliebte Möglichkeit, Farbe auf ein Objekt aufzutragen. Mit einer Airbrush lassen sich Farbverläufe erstellen, die mit einem Pinsel kaum oder nur sehr schwer umsetzbar sind. Durch Hilfe eines ausgeklügelten Systems und physikalischen Prozesses, treffen Luft und Farbe aufeinander, vermischen sich, zerstäuben und werden als feiner Farbnebel auf das Objekt oder eine Fläche gesprüht. Der Druck, der für den Prozess benötigt wird, beträgt in der Regel 1,5 – 2bar. Für bestimmte Detailarbeiten mit stark verdünnten Farben oder Sprengeleffekte wird auch mit einem geringeren Druck von ca. 1bar gearbeitet. Für die reibungslose Funktion der Airbrush ist ein gewisser Druck erforderlich, sodass ein Betreiben des Feinspritzapparates unter 1 bar sinnfrei ist, da keine ordnungsgemäße Zerstäubung der Farbe stattfinden kann. Das Spritzbild mit weniger Druck als 1bar wird »pixelig« und “spritzig”, da der geringe Druck kein feinen Farbnebel mehr erzeugen kann und sich somit Tröpfchen bilden. Ein ähnliches Sprühbild erhält man bei einem Arbeitsdruck von über 2 bar. Hier führt der zu hohe Druck ebenfalls zu einer Tröpchenbildung, sodass es zu Spritzern kommt und kein gleichbleibendes Sprühbild mehr möglich ist.

Die drei Hauptfaktoren hinter einem sauberen Sprühbild

Hinter einem sauberen und feinen Sprühspild stecken drei Faktoren: der Luftdruck, die Düsengröße und die verwendete Farbe. Sind alle drei Faktoren optimal aufeinander abgestimmt, legt sich der dabei entstehende Farbnebel als eine hauchdünne Schicht auf den Untergrund nieder und trocknet innerhalb kürzester Zeit beim Auftreffen auf der Oberfläche. Diese Art des Sprühens wird auch gerne als »Trockensprühen« bezeichnet.

Die Deckkraft der einzelnen Farbschichten ergibt sich aus den Farbeigenschaften (opaque oder transparent), sowie dem Verdünnungsgrad der Farbe. Die wahre Deckkraft von transparenter Farbe wird zum Beispiel erst nach unzähligen Schichten erzielt und benötigt oftmals Geduld, ein gutes Auge und Feingefühl. Der Vorteil von transparenter Farbe ist allerdings, das feinste Nuancen in den Farbtönen, dem Kontrast und der Helligkeit möglich sind. Es ist daher nicht ungewöhnlich das hier von Lasur oder lasierender Technik, die rede ist, da transparente Farben einer Lasur gleichkommen.

Opaque Farben, also Farben mit deckender Eigenschaft, besitzen ein anderes Verhalten. Sie sind wie der Name, sagt deckend. Der Auftrag der Farbe durch die Airbrushpistole bleibt gleich, es entsteht jedoch ein anderes Bild, da deckende Farben nicht die lasierenden Möglichkeiten bieten wie transparente Farben. Ein weiterer Faktor in der Airbrush Technik ist das Zusammenspiel mit der Radier und Kratztechnik. Diese Techniken wirken unterstützend beim Anlegen von Bilder. Mittels verschiedener Arten von Radierern (Hart, weich, Granulat, Elektro Radierer) können die hauchdünn angelegten Schichten problemlos weggenommen, Spitzlichter eingefügt und Strukturen angelegt werden.

Airbrush haftet auf nahezu jeder Oberfläche

Airbrush wird gerne verwendet, wenn es darum geht Gemälde realistisch und originalgetreu wiederzugeben. Dank seiner positiven Eigenschaften und den verwendebaren Farben kann Airbrush auf nahezu allen Untergründen (ggf. muss vorbehandelt werden) verwendet werden wie z.B.:

  • Leinwand
  • Holz
  • Wände
  • Leder
  • Stein
  • Textilien
  • Leder
  • Metall
  • Kunststoff
  • uva.

 

Airbrush kaufen – Was benötige ich? Worauf muss ich achten?

Wer sich zum ersten mal überlegt, eine Airbrush anzuschaffen, wird schnell überfordert sein mit der Flut von Informationen, Herstellern und Geräten auf den Markt. Wir verraten, ob sich die Anschaffung eines günstigen Komplett-Sets lohnt, oder ob du dir lieber die einzelenen Komponenten kaufst und auf hochwertige Marken setzt.

Wenn du noch keinerlei Equipment besitzt, solltest Du dich erst einmal auf folgende Komponenten konzentrieren:

  • Airbrush-Pistole (Achtung: hier liegen meist keine Schläuche oder Stecknippel bei!)
  • Stecknippel (i.d.R. mit G1/8 Zoll Gewinde)
  • PU-Luftschlauch (i.d.R. mit G1/8 Zoll Gewinde)
  • Kompressor (im Idealfall mit Druckminderer, Luft- und Kondensatablassventil, Abschaltautomatik und Lufttank)
  • Airbrush Cleaning Pot
  • Reinigungsbürsten-Set
  • Airbrush Cleaner
  • Airbrush Thinner

Mit den o.g. Komponenten bist du komplett ausgestattet, um direkt loslegen zu können. Was du natürlich noch kaufen musst, ist die passende Acrylfarbe.

Günstige Komplett-Sets von NoName-Herstellern oder lieber Markenhersteller?

Wer mit dem Airbrushen anfängt, benötigt kein Profi-Gerät für mehrere hundert Euro. Inzwischen bieten beliebte Hersteller wie z.B. IWATA oder Harder & Steenbeck Pistolen im unteren bis mittleren Preissegment an, die ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis besitzen und für Anfänger wie auch Fortgeschrittene ideal geeignet sind. Zu nennen wäre hier z.B. die IWATA Neo, welche für unter 70 € angeboten wird und die Harder & Steenbeck Ultra. Diese beiden Geräte sind optimal geeignet, um erste Erfahrungen zu sammeln und sich mit Airbrush vertraut zu machen. Wer etwas mehr Budget hat und ambitioniertere Projekte angehen möchte, sollte sich die IWATA Eclipse oder die Harder Steenbeck Evolution bzw. die schon etwas teurere Infinity einmal ansehen. Diese Geräte sind für feinere Sprüharbeiten geeignet, sodass man schon sehr detailreich und genau sprühen kann.

Wovon du definitiv die Finger lassen solltest sind Komplett-Sets von eBay und Amazon, welche teilweise für unter 30 € verkauft werden. Diese Airbrush-System sind teilweise schlecht verarbeitet, umständlich zu reinigen und haben ein mangelhaftes Sprühbild. Für den Anfang und zum Grundieren wirst du hier zwar keinen Unterschied feststellen, aber wenn es dann später um feinere Arbeiten geht, wirst du den Unterschied merken und sehen.

 

Der ideale Kompressor

Der Kompressor ist zum Sprühen mindestens genauso wichtig, wie die Airbrush-Pistole selbst. Du solltest beim Kauf darauf achten, dass der Kompressor über folgende Funktionen verfügt:

  • stufenlos regulierbarer Druckminderer
  • Manometer, zum ablesen des Luftdrucks
  • Luft- und Kondensatablassventil
  • Öl- und Wartungsfrei
  • Pulsierungsfrei
  • Abschaltautomatik
  • optional: Lufttank

Die gute Nachricht: Kompressoren müssen nicht teuer sein und hier eignen sich sowohl für Anfänger, wie auch Profis bereits Geräte aus dem niedrigen Preissegment und es muss kein highend Produkt gekauft werden, um die allgemeine Funktionalität zu gewährleisten. Geeignete Geräte, welche die o.g. Funktionen vereinen, sind schon für knapp 60 € zu bekommen.

 

Meine persönliche Empfehlung als Einstieg

Ich persönlich würde Einsteigern keine No-Name Produkte empfehlen, da diese nicht zuverlässig arbeiten und nur selten befriedigende Ergebnisse liefern. Minderwertige Materialien, Spritzer im Sprühbild, verstopfte Düsen sind da noch die kleinsten Probleme. Das musste ich am eigenen Leib erfahren und kann nur davon abraten. Lieber am Anfang etwas mehr investieren und mit dem Ergebnis und Produkt zufrieden sein, als am Ende sprichtwörtlich doppelt zu kaufen. Die folgenden Produkte verwende ich selbst und kann diese somit uneingeschränkt weiterempfehlen. Hier passt einfach das gesamte Preis/Leistungsverhältnis:

Airbrush: IWATA Eclipse oder IWATA NEO
Kompressor: Airbrush Kompressor Saturn AS18-2S mit Druckminderer und Lüfter

Mit der IWATA Eclipse kann man sowohl sehr präzise Details sprühen, als auch größere Flächen bemalen. Zudem ist sie in der Handhabung sehr unkompliziert und lässt sich leicht reinigen. Die Düse ist außerdem auch für dickflüssigere Farben sehr gut geeignet und verstopft nicht allzu schnell. Wer öfters mal die Farbe wechselt, wird die IWATA Eclipse zu schätzen wissen.

Bei den Farben setze ich auf normale Acrylfarbe, verdünne dieser aber vor der Anwendung mit einem Verdünner. Wem das zu aufwendig ist, der kann auch auf spezielle Airbrushfarben zurückgreifen, die von Haus aus schon leicht verdünnt sind und optimal an die Anforderungen an eine Airbrush angepasst sind.

Acrylfarben: Vallejo – 72172 – Acryllack-Set für Miniaturen (72x Farben, 3x Pinsel, inkl. Tragekoffer)
Verdünner: Vallejo Airbrush Verdünner, 200 ml
Airbrush-Cleaner: IWATA Medea Airbrush Cleaner 946ml
Acrylfarben spezielle für die Airbrush: Vallejo Model Air Basis Farben-Set im Koffer

Zu guter Letzt noch ein passendes und günstiges Reinigungsset:

Airbrush Reinigungsset inkl. Topf/Glas: Forever Speed Professionell Airbrush Reiniger Set